Category / Filmkritik

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  • Von der verwirrenden Logik des Begehrens

    Call me by your name von Luca Guadagnino Sommer in Norditalien. Man spürt die Wärme, den leichten Windhauch, die kühlen Fliesen im Haus, wenn man mit nackten Füßen darüber geht. Die reifen Früchte deren Saft im Film eine gewichtige Rolle spielen wird. Leichtigkeit ist angesagt. Da kommt ein Gast in das Haus des kultivierten Archäologie Professors und seiner Familie. Wie schon in Pasolinis Theorema bringt dieser Gast alles durcheinander. Wir schreiben…

  • Three Billboards Outside Ebbing Missouri

    Selbst Google Earth hätte Mühe, Ebbing Missouri zu finden, wenn es das denn gäbe im Nirgendwo des Mittelwestens. Aus diesem Ebbing führt eine Straße, die kaum noch jemand benutzt, seit es den Freeway gibt. An dieser Straße stehen drei heruntergekommene Werbetafeln, die niemand beachtet. Bis Mildred Hayes, großartig gespielt von Frances McDormand, dort provokante Sprüche anbringen lässt, die die Untätigkeit der Polizei anprangern. Chief Willoughby wird zur Zielscheibe ihres geballten,…

  • Sieben Tage voller Leidenschaft

    Italienisch – schweizerisches Kino- Kleinod voller poetischer Schönheit. Das Fernsehen, normalerweise stetig zunehmender Quell ästhetischen und intellektuellen Missvergnügens, bietet manchmal völlig überraschend Schätze, die man sonst übersehen hätte. Schauplatz für solche Überraschungen sind natürlich nicht die Mainstream- Kanäle, die man- und da ist es fast gleichgültig ob privat oder öffentlich rechtlich- eigentlich nur noch in Ausnahmefällen bemühen mag. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind in der glücklichen Lage, noch Sender…

  • Dunkirk: Choreographie der Barbarei

    Soldaten im Krieg leben und sterben in der Allgegenwart unsagbarer Gewalt. Jegliche Regeln der Zivilisation werden außer Kraft gesetzt. Das zerstört oft selbst die, die mit dem Leben davon kommen. Daran hat sich auch in den heutigen Kriegen nichts geändert.

  • Die Ferien des Monsieur Hulot oder Ab in die Fluten

    Halt, vor dem Lesen dieses Textes, bitte erst einmal diesem Link folgen und sich in die passende Urlaubsstimmung versetzen lassen. Jedes Jahr die letzte Vorstellung vor der Sommerpause in unserem Filmclub: Manche sind in ihren schon gepackten Autos gekommen. Vor den Sitzreihen der Erwachsenen lümmeln sich die Kinder bei Limonade und Salzbrezeln, während die Erwachsenen mit einem gekühlten Pinot Grigio, Oliven und italienischem Käse die Vorzüge ihrer jeweiligen Urlaubsziele austauschen.…

  • Krachbum auf die weibliche Art

    Wonder Woman, USA 2017 Da sage noch einer, Frauen können so etwas nicht. Das was Regisseurin Patti Jenkins und Hauptdarstellerin Gal Gadot mit „Wonder Woman“  abliefern, ist richtig gut gemachter Genretrash, bei dem man einiges an Spaß hat hinter seiner 3 D Brille. Allerdings nur wenn man bereit ist, sich auf eine Geschichte einzulassen, die nicht immer den Regeln der Logik , aber denen des Comics stilsicher folgt. Die Marvel…

  • Born to be blue

    Dämonen und Schmerz beherrschten das Leben des Chet Baker. Um die Dämonen im Zaum zu halten, greift er zur Trompete. Die Töne, die er dem Instrument entlockt, sind himmlisch und fördern gleichzeitig neue Dämonen und neuen Schmerz zutage. Als die Liebe nicht mehr imstande ist, ihn an der Oberfläche des Lebens zu halten, greift er zur Nadel. Wie das ausging, ist ebenso bekannt, wie geheimnisvoll. Der kanadische Regisseur Robert Budreau…