Born to be blue

Dämonen und Schmerz beherrschten das Leben des Chet Baker.

Um die Dämonen im Zaum zu halten, greift er zur Trompete. Die Töne, die er dem Instrument entlockt, sind himmlisch und fördern gleichzeitig neue Dämonen und neuen Schmerz zutage. Als die Liebe nicht mehr imstande ist, ihn an der Oberfläche des Lebens zu halten, greift er zur Nadel. Wie das ausging, ist ebenso bekannt, wie geheimnisvoll.

Der kanadische Regisseur Robert Budreau nimmt sich in dem Film „Born to be blue“ eines einzigen aber entscheidenden Abschnitts in Bakers Leben an.

Nachdem Baker bei einer Schlägerei alle Vorderzähne verliert, scheint seine Karriere zu Ende. Die bedingungslose Liebe einer Frau und ihr Glaube an ihn geben ihm die Kraft und den Mut, noch einmal von vorn zu beginnen. Mit der Hilfe von Freunden, besonders Dizzy Gillespies, gelingen ihm schließlich einige der schönsten Aufnahmen des Jazz bis heute. Am Ende jedoch steht fest, um dem selbst gewählten Anspruch zu genügen, muss er bis an die Grenzen gehen. Bis an diese Grenzen kann ihm niemand folgen, nicht einmal die Liebe.

Das ist vor allem durch die schauspielerische Leistung von Ethan Hawke als Chet unmittelbar und schmerzhaft schön nachzuvollziehen. Wir können in die Seele eines Künstlers sehen. Hawke gelingt es, selbst bis zur äußeren Ähnlichkeit des zerstörten Gesichts, uns die Seele eines geschundenen Menschen, der die Schönheit schlechthin erschafft, zu zeigen. Der Mut, mit dem er selbst die Gesangsparts meistert, ist absolut bewundernswert. Ganz sicher nicht nur eine seiner besten schauspielerischen Leistungen überhaupt, sondern auch insgesamt ein Künstlerporträt, das übliche biographische Filme weit überragt.

Egal ob man Jazz mag oder nicht – unbedingt ansehen!

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