25 Hours – Come as you are

Wenn man regelmäßig unterwegs ist spielt es eine gewisse Rolle, wohin man sein Haupt bettet.
Um das vorweg zu sagen, nein, ich werde nicht vom Hotel gesponsert, so wie das hier auf dieser Seite auch nie der Fall sein wird. Es ist immer meine eigene ehrliche Meinung, auch wenn das Lob, so wie in diesem Fall,  fast ungebrochen ist.

Will man sich unter fremden Dächern wohlfühlen, gibt es zuerst ein paar grundlegende Dinge:
Das Bett – nicht zu hart, nicht zu weich, leichte Zudecke, gute, am liebsten weiße Bettwäsche.
Die Dusche – kräftig, von oben, genug Platz. Duschvorhänge sind die Hölle.
Damit ist erst einmal die Übernachtung möglich und das reicht auch zumeist.

Das Problem beginnt, wenn man aufwacht und beim besten Willen nicht feststellen kann, an welchem Ort man sich befindet. Wo war nochmal die Toilette? Wenn es wirklich nichts gibt, woran man sich erinnert oder feststellen könnte, in welcher Stadt man ist, kann schon mal Desorientierung aufkommen.

Das Nächste, was in heutigen Zeiten wirklich unverzichtbar ist: gutes schnelles Internet, unkompliziert und ohne Aufpreis zugänglich. Ist man beruflich unterwegs, braucht es das. So weit, so simpel.

Kommt man nun zum heiklen Problem des Wohlfühlens,  gehen die Ansichten schon weit auseinander. Was ich nicht brauche:
Goldene Wasserhähne, Hotelmitarbeiter, die sich vor mir auf den Boden werfen, damit ich über sie steige.  Plüsch und Plunder aller Art. Ich brauche im Hotel das, was ich auch zu Hause will: eine Atmosphäre in der ich mich wohl fühle, egal ob ich arbeite oder mich erhole. Dazu kommt noch eine gewisse Unverbindlichkeit, weil es eben nur ein Zuhause auf Zeit ist, die mir Luft zum Atmen lässt und die der nach mir Kommende ebenso aushält.

Genau in der Beziehung machen die Leute vom 25 Hours für mich und offenbar auch eine große Zahl Anderer ziemlich viel richtig. Handfeste Ästhetik, die vom jeweiligen Ort geprägt ist. Von der Hafenkoje in Hamburg bis zur Zirkus- Garderobe  in Wien. Das erzählt auch von einem gewissen Humor der Macher. Design bewegt sich in diesen Hotels in den Grenzen des Praktischen.

Die Bilder (in den meisten Hotels der Horror schlechthin): Was hier auf den Fluren und Zimmern hängt, könnte man sich auch in den eigenen Räumen vorstellen oder als eine Anregung verstehen.

Der freundlich entspannte Umgangston, den die Mitarbeiter pflegen, vermittelt mir den Eindruck, tatsächlich gemeint zu sein. Es entspricht der Art, wie auch ich versuche,  mit meinen Mitmenschen umzugehen. Wenn ich anderswo mit auswendig gelernten Formeln begrüßt werde, muss ich vermuten: die meinen nicht mich – die reden mit meinem Portemonnaie.

Das freundliche Angebot einer Flasche Wasser an heißen Tagen für unterwegs oder einer Wärmflasche für Frierkatzen, nur mal als Beispiel, einfach eine Zahl solcher Gesten erzeugt Wohlgefühl. Die Kosten, die solche Gesten für das Hotel verursachen,  dürften überschaubar sein, aber in der Wirkung groß.

Und dann gibt es da noch den Hauch von Luxus: wenn man nach einem vollgepackten Tag seinen Schlaftrunk unter den wachsamen Blicken der Affen des Zoos nimmt, den Mond über der Hafensauna aufgehen sieht oder mit den Menschen, die man liebt, so lange am Frühstückstisch sitzt, als wäre es ein Sonntagmorgen zu Hause und keinerlei Pflichten würden rufen.

Natürlich gibt es auch etwas, was fürchterlich nervt: die ständig wechselnden Preise. Man fühlt sich als Gast veralbert, wenn es vom Buchungszeitpunkt abhängt, welchen Preis für ein Zimmer zu  bezahlen ist. Da es offenbar keinen Zusammenhang zwischen dem Wert der Leistung und dem, was ich dafür bezahle gibt, lässt es das ganze Geschäftsmodell unseriös wirken. Aber positiv denkend ist davon auszugehen, dass dies einmal Jemand bemerkt und ändert.

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